Die Schichten der Mutterwunde

  1. Die persönliche & systemische Wunde: Die Mutterwunde ist komplex und basiert auf destruktiven Verhaltensmustern, die uns in der Kindheit zugewiesen wurden. Sie manifestiert sich als Schutzpanzer, der uns Energie raubt und uns daran hindert, all das zu sein, was wir sein möchten. Oft nehmen wir in der Familienordnung Rollen ein, wie die des Partners oder der Oma, um die Bedürfnisse unserer Mutter zu erfüllen.

  2. Die kulturelle Wunde: Das Patriarchat, das das Weibliche entwertet, schneidet den Fluss des Ur-Wissens von Mutter zu Tochter ab. In der Folge distanzieren Mütter und Töchter sich innerlich voneinander, fühlen sich einsam, Töchter lehnen ihre Mütter ab und umgekehrt, es entsteht eine Glorifizierung des Vaters.

  3. Die sexo-spirituelle Wunde: Das patriarchale System verkennt die Wichtigkeit weiblicher Spiritualität in Verbindung mit sexueller Vitalität als Anker in unserem Alltag ; Tempel, um das Urwissen aller grossen zyklischen Übergangsriten wie Geburt, Tod, Menstruation, Peri- und Menopause durch unseren Körper, sowie in Präsenz einer grösseren Existenz begreifen zu können: Die grösste Mutter von allen, die uns hält und Leben schenkt: Pachamama.

  4. Die globale Wunde: Wir brauchen uns nur umzusehen, um zu begreifen, wie sehr unser Verhältnis zur Erde geschädigt ist: Riesenbebauungen, Elektroschrott, Abholzungen, Brände, Fluten, steigende Temperaturen. Die Mutterwunde ist ein Barometer unseres individuellen Selbstbildes und wie es aussen ist, ist es innen: Wir sind angehalten, den Aktivismus aus Liebe zu unserem Planeten neu zu beleben und wohlwollend an der Gestaltung des Lebens teilzuhaben.